Unternehmensnachfolge im Jahr 2028 - ein Käufermarkt

07.02.2019 | verfasst von Johannes Wolters | Inhaber | K.E.R.N. - die Nachfolgespezialisten

Eine Unternehmensübergabe muss sehr sorgfältig vorbereitet werden. Der demografische Wandel wird die Lücke zwischen übertragungswilligen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie möglichen Interessentinnen und Interessenten an der Fortführung der, zum Teil seit Generationen bestehenden, Unternehmen größer werden lassen.


Warum?


Alles reden vom Fachkräftemangel - zu Recht. Es fehlt an qualifizierten Mitarbeitern im Alter von 20 bis Mitte 40. Auf der Unternehmensleitungsebene ist das Angebot dagegen ausreichend. Die geburtenstarken Jahrgänge sind dort angekommen und machen ihren Job. Zugleich wird übersehen, dass dieselben Ursachen innerhalb der nächsten 10 Jahre zu einem bedeutsamen Unternehmermangel führen werden, mit dramatischen Folgen für den Fortbestand der Unternehmen und Arbeitsplätze.
In nur fünf Jahren werden drei von fünf Unternehmern deutlich über 55 Jahre alt sein. Dies ist das Ergebnis einer Analyse aller 79 deutschen IHK-Bezirke. in einer von der Beratergruppe K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten durchgeführte Studie zum Generationswechsel in Unternehmen. Dabei wurden insgesamt 564.443 Firmen in den Umsatzklassen von 250.000 Euro bis 50 Millionen Euro Umsatz erfasst. Das wichtigste Ergebnis der Studie ist die dramatische Alterung deutscher Chefs. Denn die geburtenstärksten Unternehmerjahrgänge und damit über 60 % der Unternehmen dieser Republik müssen in den nächsten 10 Jahren Ihre Nachfolge geregelt haben. Gleichzeitig stehen in den dann 20 Jahre jüngeren Jahrgängen nur rund halb so viele potentielle Nachfolger gegenüber. Es droht ein Hauen und Stechen um die wenigen Kaufinteressierten.

Für die IHK Bremen und Bremerhaven gilt: 42% aller Unternehmenslenker sind bereits heute älter als 55 Jahre. Die Zahl steigt auf 63%. Die betrifft 2.297 von 3.803 Unternehmen und ca. 10.000 Arbeitsplätze im Kammerbezirk der IHK Bremen und Bremerhaven.


Der Bär in Canada


Als ich in den Kanadischen Bergen mit einem Freund wandern war, waren wir uns der Gefahr eines Bären durchaus bewusst. Dennoch dachten wir "Uns trifft das nicht". Nun, es kam anders. Plötzlich stand es vor uns. Ein stattliches Exemplar, kräftig, interessiert, hungrig uns fixierend. Uns beiden war klar: weglaufen macht keinen Sinn, denn der Bär ist schneller. Dennoch griff ich nach meinen Joggingschuhen und zog sie an. Mein Freund fragte mich, ob ich tatsächlich meinte, damit schneller zu sein als der Bär? "Das nicht" antwortete ich "aber schnell als Du".


Also dass der Bär da ist - genauso wie der Demografische Wandel und das Alter der Unternehmer, das war nicht zu ändern! Aber ich konnte selber etwas tun. Was bedeutet dies nun für die über 60 % der Unternehmen, die in den nächsten 10 Jahren ihren Betrieb an einen Nachfolger übertragen oder verkaufen wollen? Nutzen Sie die Zeit -für Ihr Unternehmen


Bereiten Sie Ihr Unternehmen ab jetzt auf den Nachfolgefall vor. Zahlen Sie Ertragssteuern! Ja, denn nur wenn Ihr Unternehmen Gewinne nachweisen kann, ist es für einen Erwerber attraktiv. Lösen Sie stille Reserven auf und nehmen Sie nicht benötigte Aktivpositionen aus der Bilanz heraus. Reduzieren Sie nicht benötigte Kosten. Eine könnte- würde-hätte Diskussion mit dem Erwerber belastet den Kaufpreis. Ohnehin schaut der Nachfolger wie ein Investor auf Ihr Unternehmen und fragt sich: Wie sicher ist die bisher erbrachte Ertragskraft auch zukünftig? Dazu gehört auch, Absprachen mit Kunden und Lieferanten schriftlich festzuhalten und möglichst über Verträge abzusichern. Das schafft Vertrauen in die Ertragskraft.


Machen Sie sich rar


Bei vielen Unternehmen im Mittelstand hängt der Erfolg auf Gedeih und Verderb am Unternehmer - ohne ihn geht nix. Doch das reduziert den Kaufpreis: Eine 2. Führungsebene, klare Entscheidungsfreiräume der Mitarbeiter, eine hohe Arbeitgeberattraktivität. Zeigen Sie, dass Ihr Unternehmen auch ohne Sie sehr erfolgreich ist. Damit werden Sie auch für strategische Investoren interessant und der Erwerber hat wesentlich weniger Schwierigkeiten bei der Finanzierung Ihres gewünschten Kaufpreises.


Auf zu neuen Zielen


Für die meisten Unternehmer bedeutet die Arbeit eine hohe Identifikation, ein sehr hohes Engagement und viel Anerkennung im Umfeld. Fällt das weg - was bleibt? Wer braucht mich noch? Es gab schon Inhaber, die an dieser Stelle vom Verkauf abgerückt sind. Also suchen Sie sich neue sinnstiftende Aufgaben - zu tun gibt es genug. Sicher auch für Sie.


Der richtige Zeitpunkt


Den gibt es nicht, denn es könnte ja immer noch besser geworden sein. Vielleicht. Fakt ist jedoch auch, dass der "Bär" nicht weit weg ist. Also nutzen Sie ihre persönlichen "Joggingschuhe" und bringen Sie Ihr Lebenswerk in sichere Hände. Fangen Sie sofort damit an - Ihren Mitarbeitern und Ihrem Lebenswerk zuliebe.

 

Johannes Wolters, https://www.die-nachfolgespezialisten.eu/standort/bremen-wolters/, Standort Bremen, Johannes Wolters Einzelunternehmung, Telefon 0421 - 516 71 45, Mobil 0178 - 346 4626, kern-bremen@die-nachfolgespezialisten.eu, www.die-nachfolgespezialisten.eu

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